Deutsche Provinz der Jesuiten

Jón Svensson ("Nonni")

P. Jón Svensson SJ ist durch seine Nonni-Bücher einer der in Deutschland bekanntesten isländischen Schriftsteller. In Mödruvellir am 16. November 1857 geboren, wuchs Jón (Stefán) Svensson (eigentlich Sveinsson), alias Nonni, wuchs zusammen mit seinem Bruder Manni in der unberührten und einzigartigen Natur im Norden Islands auf. Durch die Unterstützung eines Gönners verließ er im Alter von zwölf Jahren schweren Herzens seine Heimat, um in Frankreich zu studieren. Wegen des deutsch-französischen Krieges musste Svensson in Dänemark warten. Durch den Kontakt zu den Jesuiten dort lernte er den katholischen Glauben kennen und konvertierte mit 13 Jahren. Den Weg zu dieser Entscheidung schilderte er später in seinem Buch "Wie Nonni das Glück fand", dem wertvollsten seiner Jugendbücher. Nach einem Jahr ging er nach Amiens in der Picardie, wo er das Gymnasium besuchte.

Am 22. August 1878 trat er in die Gesellschaft Jesu ein und studierte in Frankreich, Belgien, Holland und schließlich im englischen Liverpool, wohin die aus Deutschland vertriebenen Jesuiten geflohen waren. 1890 wurde er zum Priester geweiht. Er wechselte in die deutsche Ordensprovinz, die die skandinavischen Länder betreute. So kam er als Lehrer nach Ordrup ins Sankt-Andreas-Kollegium und unterrichtete Französisch, Altnordisch, Sport und Zeichnen, bis er 1911 wegen eines Gichtleidens aufhören musste.

Nun widmete er sich ganz der Schriftstellerei. Bereits 1906 hatte er sein erstes Buch geschrieben. 1912 erschien "Nonni. Erlebnisse eines jungen Isländers, von ihm selbst erzählt". Zwölf Nonni-Bücher sollten es werden, geschrieben in Deutsch. Sie wurden in 40 Sprachen übersetzt und erreichten Millionenauflagen. Er verarbeitete darin hauptsächlich seine Kinder- und Jugendjahre auf Island. Gern sprach er von seinem jüngeren Bruder Manni, der als Scholastiker in Löwen starb. 1914 erschien sein Buch "Nonni und Manni".

Sein Ziel war es, Freude zu bereiten, wie er selber bekannte: "Das war meine Mission, die Gott mir aufgetragen hatte." Die Bitte und das tägliche Gebet um Lebensfreude für die Mitmenschen lag ihm sehr am Herzen. "Ich habe nämlich in meinem Leben die traurige Feststellung gemacht, dass die verbreitesten Seelenkrankheiten die Traurigkeit und die Mutlosigkeit sind. Die meisten Menschen lassen sich durch die Schicksalsschläge des Lebens so sehr niederdrücken, dass sie vielfach jedes Glück, jede Freude und jeden Frieden verlieren. Gegen dieses große und leider so verbreitete Übel wollte ich durch meine Bücher nicht nur bei der Jugend, sondern noch viel mehr bei den Erwachsenen wirken und kämpfen."

Vortragsreisen führten ihn in die ganze Welt. Mit fast 80 Jahren trat er 1936 eine fast zweijährige Weltreise an, die ihn von Holland über Paris, London, Southampton mit einem Ozeanriesen nach New York führte. Von dort ging es per Eisenbahn über Kanada nach San Francisco, wo er einige Wochen blieb ("Nonnis Reise um die Welt" bzw. "Nonni in Amerika"). Sein eigentliches Ziel aber war der Ferne Osten, wo er "Europas zweiter Andersen" genannt wurde ("Nonni in Japan").

Als das Jesuitenkolleg in Valkenburg (Holland), dem Svensson zugeordnet war, 1942 von der Gestapo aufgelöst wurde, kam Svensson zunächst nach Eschweiler und während des Krieges nach Köln, wo er bei einem Bombenangriff auf die Stadt am 16. Oktober 1944 im Luftschutzkeller des Franziskus-Hospitals in Köln-Ehrenfeld in der Illusion starb, auf einer Weltreise in einem Schiff auf hoher See zu sein. Begraben liegt Jón - "Nonni" - Svensson in der Grabstätte der Jesuiten auf dem Melaten-Friedhof in Köln.

Seit vielen Jahrzehnten behaupten sich die Nonni-und-Manni-Bücher auf dem Kinder- und Jugendbuchmarkt. 1988 wurden sie als sechsteilige Fernsehserie verfilmt. Von seinem Erstlingswerk "Nonni - Erlebnisse eines jungen Isländers, von ihm selbst erzählt" wurden seit 1913 mehr als eine Million Exemplare gedruckt. Es wurde in 40 Sprachen übersetzt.

letzte Aktualisierung am 21.07.2018