Deutsche Provinz der Jesuiten

Pedro Arrupe

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Pater Pedro Arrupe SJ war von 1965 bis 1983 der 28. Generalobere der Gesellschaft Jesu. Der am 14. November 1907 in Bilbao im Baskenland geborene Pedro Arrupe begann Medizin an der Universität Madrid zu studieren, beendete das Studium jedoch nicht, sondern trat 1927 in die Gesellschaft Jesu ein. Nachdem er das Noviziat im Monasterio de San Ignacio de Loyola bei Azpeitia in der Provinz Guipúzkoa (ebenfalls im Baskenland) absolviert hatte, begann er sein Philosophiestudium in Ona in der Provinz Burgos.

Nach der Auflösung des Jesuitenordens in Spanien 1932 studierte Arrupe im belgischen Marneffe und im Ignatiuskolleg im niederländischen Valkenburg. 1936 wurde Pedro Arrupe in Marneffe zum Priester geweiht. Das damals nach der Priesterweihe übliche vierte Jahr Studium der Theologie absolvierte er an der US-amerikanischen University of St. Mary in Leavenworth. Dann folgte das Terziat in Cleveland/ Ohio.

Von dort wurde er vom Orden am 15. Oktober 1938 als Missionar nach Japan gesandt. Bis 1940 studierte er die japanische Sprache und arbeitete in einem Armenviertel von Tokio. Von 1940 bis 1942 war er Pfarrer in Yamaguchi (im äußersten Südwesten der japanischen Hauptinsel Honshu). Ab 1942 wirkte P. Arrupe als Novizenmeister in Hiroshima, wo er den Abwurf der Atombombe erlebte. Da er in einem von deutschen Jesuiten aus Stein gebauten Schulhaus wohnte, überlebte er und konnte zusammen mit den Novizen ein Notspital einrichten. 1954 wurde er Vizeprovinzial und - nachdem Japan zu einer Provinz des Jesuitenordens geworden war - 1958 der erste Provinzial.

Als der 27. Generalobere des Ordens, P. Jean-Baptiste Janssens SJ, 1964 starb, wählte die Generalkongregation am 22. Mai 1965 P. Pedro Arrupe SJ zum 28. Generaloberen. In dieser Funktion steuerte er mit seinem Charisma und großer persönlicher Frömmigkeit den Orden durch die Umbruchsjahre nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Im August 1981 erlitt er einen Schlaganfall und war, von Krankheit gezeichnet, nicht mehr fähig, sein Amt auszuüben. Aufgrund einer Intervention des Papstes konnte erst 1983 eine Generalkongregation einberufen werden, die den Niederländer P. Peter-Hans Kolvenbach SJ am 13. September zum neuen Generaloberen wählte. P. Arrupe war unter den ersten Gratulanten. Im Alter von 84 Jahren starb P. Pedro Arrupe SJ am 5. Februar 1991 in Rom.

Am 11. Juli 2018 kündigte der Generalobere Arturo Sosa SJ die Eröffnung des Seligsprechungsprozesses an.

Der deutsche Jesuitenpater Eugen Hillengass SJ, der als Generalökonom einer seiner engsten Mitarbeiter in Rom gewesen war, schreibt über Pedro Arrupe:

"Alle, die mit P. Arrupe zu tun hatten, haben ihn in Erinnerung als einen Menschen für andere, einen Menschen für Gott, einen Menschen mit Gott und Menschen. Er besaß eine natürliche Autorität, die ihm im Umgang mit anderen weitgehend Achtung verschaffte. So konnte er wie der hl. Ignatius einen offenen Führungsstil pflegen, der die Gaben eines jeden respektierte und wirksam werden ließ. Diese Freiheit des Geistes, auch in seinen zahlreichen geistlichen Schriften, verband Pater Arrupe mit großer Effizienz in seiner Arbeit, die an US-amerikanische Maßstäbe erinnerte. Freiheit und Effizienz verband er mit einer bemerkenswerten Bereitschaft, anderen in der Arbeit größte Freiheit zu lassen. So konnte er durch Mitarbeiter wirken. Seine Kontaktfreudigkeit brachte P. Pedro Arrupe mit vielen Menschen in Berührung. Treu stand er zu ihnen und wurde zum Freund seiner Freunde. Immer war er ansprechbar für Menschen, die ihm begegneten: Mitbrüder im Haus, Gäste bei Tisch. In solchen Begegnungen konnte er sehr ungezwungen sein. Oft sah man Pater Arrupe lachen, immer hatte er ein gewinnendes Lächeln. Da mochte noch so viel auf ihn einstürmen, auch an Enttäuschungen, bei Tisch und mit den Mitbrüdern war er gelöst."

letzte Aktualisierung am 12.07.2018