Deutsche Provinz der Jesuiten

Hugo Enomiya-Lasalle SJ - Pionier des interkulturellen Dialogs

Der deutsche Jesuit Pater Hugo Enomiya-Lasalle SJ gilt als Pionier des interkulturellen Dialogs. Er lebte und wirkte ab 1929 in Japan.

Am 11. November 1898 wurde Hugo Lassalle in Externbrock als Sohn einer hugenottischen Familie geboren. 1919 trat er in den Jesuitenorden ein. 1929 übernahm er an der Sophia-Universität in Tokio eine Professur für Deutsche Sprache. 1931 gründete P. Lassalle das Jochi-Settlement, ein Sozialwerk in den Elendsvierteln von Tokio.

1935 bis 1949 war er Missions-Superior der Jesuitenmission in Japan. In Verantwortung für das Apostolische Vikariat Hiroshima erlebte und überlebte er am 6. August 1945 den Atombombenabwurf in unmittelbarer Nähe. Nach dem 2. Weltkrieg kamen auf seine Initiative hin Jesuiten aus vielen Ländern nach Japan. Als Symbol der Zuversicht im Atomzeitalter errichtete P. Lassalle mit Beteiligung vieler Länder die "Weltfriedenskirche in Hiroshima". 

Geschichtliche Bedeutung erlangte P. Enomiya-Lassalle SJ als Pionier des Zen für Christen. Zu seiner Lehrbefähigung gab ihm sein Zen-Meister Kôun Yamada den Namen "Wolke der Liebe". Nach dem Vaticanum II wurde P. Lassalle im deutschen Sprachraum durch unzählige Meditationskurse bekannt und für viele Menschen zu einem Lehrmeister des inneren Lebens. Die Stadt Hiroshima verlieh ihm die Ehrenbürgerschaft. P. Hugo Enomiya-Lassalle SJ verstarb am 7.Juli 1990 in Münster.

Dokumentarfilm

Ai-un: Hugo Makibi Enomiya-Lassalle. Brückenbauer zwischen Zen und Christentum

(CH, D 2016, 110 Minuten, Regie: Christof Wolf SJ)

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letzte Aktualisierung am 17.10.2017