Deutsche Provinz der Jesuiten

Kardinal Augustin Bea

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Augustin Bea stammte aus Riedböhringen, einem kleinen Dorf im Schwarzwald bei Donaueschingen. Dort wurde er am 28. Mai 1881 geboren als einziges Kind. Sein Vater Karl war Zimmermann, seine Mutter hieß Maria. Das Gymnasium besuchte er in Sasbach, Konstanz und Rastatt. Nach zwei Jahren theologischer Studien in Freiburg schloss er sich am 8. April 1902 dem Jesuitenorden an. 1912 empfing er die Priesterweihe. 1917-21 war er Professor für alttestamentliche Exegese und Studienpräfekt an der damaligen Ausbildungsstätte des Ordens in Valkenburg (Holland). Von 1921 bis 1924 wurde er erster Provinzial der neu gegründeten Oberdeutschen Provinz in München. 1924 wurde er als Professor ans Bibelinstitut nach Rom berufen und unterstützte Papst Pius XII. bei der Ausarbeitung seiner Enzykliken "Mediator Dei" und "Divino Afflante Spiritu". Von 1930 bis 1949 war er Rektor des Päpstlichen Bibelinstituts und von 1945 bis 1958 auch Beichtvater Pius' XII.

Von Papst Johannes XXIII. wurde er am 19. Dezember 1959 zum Kardinal ernannt. Auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) war Kardinal Bea von großer Bedeutung bei der Ausarbeitung der Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen "Nostra Aetate", außerdem war er maßgeblich beteiligt an der Entstehung des Ökumene-Dekrets "Unitatis redintegratio" sowie der Erklärung über die Religionsfreiheit "Dignitatis humanae". Bekannt wurde Bea 1960 als erster Präsident des Sekretariats zur Förderung der Einheit der Christen. 1966 empfing er den Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Er starb in Rom am 16. November 1968. Sein Leichnam wurde in der Pfarrkirche seines Heimatdorfes beigesetzt.

letzte Aktualisierung am 25.11.2016