Deutsche Provinz der Jesuiten

Athanasius Kircher

Athanasius Kircher SJ, "Bassgeigenporträt" - Gemälde eines unbekannten Meisters, um 1724, Stadtmuseum Ingolstadt, © SJ-Bild

Der Universalgelehrte Athanasius Kircher wurde am 2. Mai 1601 bzw. 1602 in Geisa bei Fulda geboren. 1618 trat er in die Gesellschaft Jesu ein und wurde 1633 als Hofmathematiker Kaiser Ferdinands II. nach Wien berufen. Im gleichen Jahr noch ging er nach Rom und wurde dort Professor für Mathematik, Physik und orientalische Sprachen am Collegium Romanum. Durch seine weltweiten Beziehungen konnte er dort ein umfangreiches naturwissenschaftliches Museum aufbauen, das  "Museo Kircheriano".

Kircher allein ist es zu verdanken, dass die ägyptischen Hieroglyphen entziffert werden konnten. Zur Überwindung der allgemeinen Sprachverwirrung hat Kircher das Konzept einer universalen Symbolsprache entwickelt. Auch war der Jesuit ein erfindungsreicher Mann und gilt als Konstrukteur der "Laterna magica", des Vorläufers des heutigen Projektionsapparates. Auf Kircher geht eine der ersten Mondkarten zurück und er war der Erfinder des "Organum mathematicum", des Vorläufers des Computers.

Athanasius Kircher war ein Mann mit universaler Bildung, der sich mit wissenschaftlichen Forschungen auf den Gebieten der Ägyptologie, Geologie, des Magnetismus, der Optik, Alchemie, Orientalistik, Medizin und Musik beschäftigte. Es war auch eine Zeit, in der zahlreiche andere Gelehrte ihre Entwicklungen hervorbrachten, wie etwa das Fernrohr und die Entdeckung des Magnetismus. Seine Werke sind das Ergebnis eines schöpferischen Geistes und Zeugnis seiner Epoche und ihren geistigen Grundlagen. Kircher stirbt am 27. November 1680 in Rom.

letzte Aktualisierung am 23.01.2016