Walter Rupp SJ

Ich schweige nicht!
Ein zeitgeschichtliches Dokument in 4 Akten:
Die Bespitzelung und die Verhöre vor der Geheimen Staatspolizei.
Der Sondergerichtsprozess im Münchener Justizpalast.
Der Strafgefangene Nr. 9469.
Die Begegnung mit seinen Richtern, Wächtern und Denunzianten nach seiner Befreiung.

Uraufführung 1987 im Bürgersaal München anlässlich der Seligsprechung Pater Rupert Mayers, mit Iffland-Ring-Träger Josef Meinrad in der Hauptrolle. Life-Aufzeichnung des BR.

Gottes General
Dieses Bühnenstück befasst sich mit Ignatius von Loyola nach seinem Damaskuserlebnis.

"In unseren gottfernen Zeiten tut die katholische Kirche gut daran, sich neue, moderne und weltgewandte Helden zu schaffen. Sollte dies die Absicht des Autors gewesen sein, war der Abend ein voller Erfolg: Sein Ordensgründer Ignatius ist ein Macher, atemlos viril und sympathisch bis ins Mark, ein Indiana Jones der Gegenreformation... Ergriffenheit! Wo finden wir das heute noch auf dem Theater?" (Süddeutsche Zeitung)

Uraufführung 1990 im Bürgersaal München zum 450. Gründungstag der Gesellschaft Jesu und zum 500. Geburtstag des Ordensgründers Ignatius von Loyola (Life-Aufzeichung des WDR)

Herr Rodes

Es geht um Macht und um Verführung. Herr Rodes ist, obwohl er einer anderen Zeit angehört, ein Zeitgenosse. Er steht als Prototyp des Politikers, der den Machterhalt als das Prinzip sieht, und diesem Ziel alles andere unterordnet.

Uraufführung 1992 im Akademiker-Centrum.

Uz liegt überall

Dieses Stück erzählt die biblische Hiob-Geschichte weiter. Während der Hiob der Bibel durch Leid geprüft wurde, wird der moderne Hiob vom Wohlstand heimgesucht.

Uraufführung 1994 im Akademiker-Centrum.

Der ehrlose Prozess

Es geht um die Auseinandersetzung, die Pater Delp und Graf Moltke mit dem NS-Staat und seinem Blutrichter Roland Freisler hatten. Der zum Tod verurteilte Delp erlebt von seiner Zelle aus die Ereignisse seit seiner Mitarbeit im Kreisauer Kreis retrospektiv. Schlaglichtartig wechseln »Szenen der Erinnerung« mit »realen Szenen«.

Uraufführung 1995 - 50 Jahre danach - im Akademiker-Centrum auf einer Simultanbühne.

Noach und die zweite Flut

Dieses Stück spielt in der Endzeitstimmung des angekündigten globalen Kollaps. Damit die Welt ordnungsgemäß untergehen kann, müssen die wichtigsten Kulturgüter und das wertvollste Menschenpaar ausgewählt werden, die auf die Reise auf einen neuen Planeten geschickt werden, damit sie dort Stammeltern einer neuen Menschheit werden.

Uraufführung 1996 im Akademiker-Centrum.

Televisione Vaticana - Austreten können Sie woanders

Auf ironische Weise wird das Programm des Vatikan-Senders präsentiert, dessen Angebot von Talkshows, »Ratschlägen für Manager«, »Theologie für die emanzipierte Frau«, »Neuigkeiten aus der anderen Welt« bis zur »Moral für jedermann« reicht. Dieses Kabarett spießt Merkwürdigkeiten in Kirche und Gesellschaft auf und will die Wirklichkeit noch wirklicher zeigen, als sie ohnehin schon ist.

Uraufführung 1997 im Akademiker-Centrum.

Nebu-Kadnezzar

Ein Beitrag zum Jahr der Menschenrechte.

Das Stück erinnert an den Herrscher des babylonischen Weltreiches, an den Turmbau von Babel, an die Verwirrung der Sprache, an die goldene Statue, die jeder anzubeten hatte, an den Feuerofen, in den Daniel geworfen wurde und an die schreibende Hand, die das Ende Nebu-Kadnezzars ankündigte. Er steht exemplarisch für alle Menschenverächter der Weltgeschichte. Symptomatisch für sie sind: Schlafstörungen wegen der Überlastung ihres Gewissens; Alpträume, weil ihre Verdrängungsmechanismen außerstande sind, den Müll, der auf ihrer Seele lastet, zu entsorgen; eine krankhafte Bauwut, die Unsterblichkeit bei den künftigen Geschlechtern garantieren soll und eine abnorme Tierliebe, die den Mangel an Humanität kaschiert.

Uraufführung 1998 im Akademiker-Centrum

Ante Euro natum - eine Hominiden-Show

Dieses Kabarett hat sich viel vorgenommen: Außerirdischen den Horror vor der Geschichte des Abendlandes zu nehmen, Postmoderne mit Urmenschen ins Gespräch zu bringen, für die Vorzüge der Euro-Zeitrechnung zu werben, den Nostradamus-Weissagungen noch viel verworrenere Prophezeiungen beizufügen und herausragende Denker oder Gauner für Interviews aus dem Jenseits auszuleihen.

Uraufführung 1999 im Akademiker-Centrum.

Divertimento Mortale - ein Spiel von den Letzten Dingen

Dieses Stück ist ein moderner Totentanz und befasst sich mit den "Letzten Dingen". Es weicht der Frage: "Was ist dann?" nicht aus.

In den alten Totentänzen war der Tod schon an seinem Aussehen zu erkennen. Er war hager, mürrisch und tat alles, sich bei jeder Gelegenheit in Erinnerung zu bringen. Der moderne Tod verhält sich anders: Er legt Wert darauf, wie ein Gesunder auszusehen und unauffällig dazusein, ja, er arbeitet schneller, hektischer. Er zieht es vor, die technischen und medizinischen Fortschritte für sich zu nützen.

Der Tod tritt persönlich auf. Aber er nimmt niemand mit. Und der Totengräber gräbt vor allem aus und unterlässt es, jemanden einzugraben.

Uraufführung 2000 im AkademikerCentrum.

"Rettet das Welttheater!"

Die Welt ist eine Bühne, auf der man seit Jahrtausenden die immer gleichen Stücke spielt.

Niemand weiß so recht, wer die Texte dieser Stücke schreibt:
Dichter und Denker?
Die Politiker oder Meinungsmacher?
Die Ideologen oder Geisteskranke?

Und wer führt in diesen Stücken Regie?

Dieses Stück
karikiert das Theater im Theater
und wo man sonst Theater spielt.

Uraufführung 2001 im AkademikerCentrum

Die Menschenmacher

Die Menschenmacher sind in wissenschaftlichen Instituten mit Embryonenzüchtungen und Ersatzteillagern schon ziemlich weit vorangekommen. Das alte Modell "Mensch", das sich als Fehlkonstruktion erwiesen hat, wird es bald nicht mehr geben, sondern nur mehr den humanen Menschen. Er ist, wenn keine unvorhergesehenen Ereignisse eintreten, noch in diesem Jahrhundert lieferbar.

Uraufführung 2002 im AkademikerCentrum.

Adam, wer bist du?

Adam blieb bis heute unbelehrbar: Er glaubt noch immer, dass er doch noch zur Erkenntnis kommt, wenn er nur beharrlich verbotene Früchte zu sich nimmt.

Dieses Stück befasst sich mit Adam, dem Menschen, und der Geschichte seiner Kinder, die noch immer an einer Vertreibungspsychose leiden und - wie ihre Eltern - auf Abwege geraten sind,

Es ist die sich ständig wiederholende Geschichte Adams, der bis heute der gleiche Mensch aus Lehm geblieben ist. Uraufführung 2003 im AkademikerCentrum.

 

"Ein Engel reist nach Babylon"
Text: Walter Rupp SJ, Regie und Musik: Bruno Hetzendorfer

Die vom Sittenverfall und von der Gottlosigkeit beherrschte Stadt Babylon liegt nicht am Euphrat. Sie liegt auch nicht unter Schutt und Asche, sondern hat es zu einem beneidenswerten Wohlstand gebracht.

Da die Sprachverwirrung, die von dort ihren Ausgang nahm, bis heute nicht beseitigt werden konnte und immer weiter um sich greift, leiden die Bewohner unter Verständigungs-Schwierigkeiten. Und jener Turm, den man bis in den Himmel baute, um Gott ‚einzuschüchtern’, ist bis heute noch nicht eingestürzt. Ja man baut noch immer in den Himmel ragende Türme, mit denen man vor aller Welt die eigene Überlegenheit und Größe demonstriert.

Die Babylonier versuchen ohne Religion und Ethik auszukommen. Sie kennen außer Marduk, den Gott des Geldes, den sie als höchstes Wesen anbeten und verehren, keine anderen Götter. Sie halten die Engel für allmächtig und klammern sich in jeder Not an sie und erwarten von ihnen, dass sie jedes Problem, das sie selbst nicht lösen können oder möchten, lösen, und für sie – wenn sie nur beharrlich auf sie einreden - jederzeit ein Wunder tun.

Uraufführung 2004 im AkademikerCentrum.

letzte Aktualisierung am 20.07.2017